Kyudo
Leitbegriffe:

Kyudo, japanisches, japanese, westliches, western, eastern, östlich, östliches,
Jagdbogen, Langbogen, longbow, recurve, Bogenschiessen, Bogenschiessens,
art, archery, Anfänger, Anfang, beginner, beginning, Schritt,
step, training, Pfeil, arrow, gomu, yumi, gomuyumi, Ziehgummi,
Zwille, rubber, plastic, practice, bow, Bogen, tenouchi, karabiki,
kara, biki, makiwara, hassetsu, target, Zielscheibe, Ziel, mato, Didaktik, didactics, Technik,
technique, play, Meditation, meditation, meditatives,, meditative, meditatively
Kunst, Herrigel, zen, allemagne, allemande, germany, german, Deutschland,
Tübingen, Stuttgart, Baden-Württemberg, Reutlingen,
Nürtingen, Mössingen, Metzingen, Sindelfingen,
Böblingen, Esslingen, Ostfildern, Herrenberg, Rottenburg,
Filderstadt, Gomaringen, Dettenhausen, Waldenbuch, Calw

P.

Anfänger erste Schritte /
beginner first steps

Die drei Schritte:

Gomu Yumi - Kara Biki - Makiwara

Photo Dirk Schabirosky
Überblick
Kyudo anfangen
  • Diese Site gibt Einblicke, welche ersten Technik-Schritte Anfänger gewöhnlicherweise durchlaufen, wenn sie sich entscheiden das japanische Bogenschießen in einem deutschen Verein oder auch anderswo auf der Welt zu erlernen.
  • Es gibt auch andere abgewandelte Arten der Einführung in die Schießtechnik, auf die wir an dieser Stelle nicht eingehen wollen.
  • Gomu Yumi: das Üben mit dem Ziehgummi - Kara Biki: das Spannen des Bogens ohne Pfeil - Makiwara: das Schießen mit Pfeilen auf eine Strohtonne - bezeichnen 3 Stufen der Vorbereitung. Wer sie erklimmt, darf - in deutschen Vereinen nach abgelegter Prüfung - auf das 28 m entfernte Ziel, das Mato, schießen.

Ein technischer Hauptunterschied
zwischen Kyudo und westlichem Bogenschießen und die Konsequenzen für das erste Üben

Der Hauptunterschied zwischen Kyudo und westlichen Bogenschießformen besteht im dynamischen Abschießens des Pfeiles durch die linke (Bogen-) Hand.
Bei den meisten westlichen Bogenschiessarten (traditioneller Recurvebogen, Langbogen, moderne Sportbögen etc.) bleiben während des Abschießens die Bogenhand und dazugehöriger Bogenarm relativ statisch. Der Abschuss erfolgt durch die Hand, die die Sehne hält, und diese aktiv loslässt.
Beim Kyudo hält ebenfalls eine Hand die Sehne, nämlich die rechte, und gibt diese beim Abschießen frei. Aber sie tut dies in Zusammenarbeit mit einer leicht dominierenden, sehr aktiven Bogenhand.
Beim Kyudo initiiert die Bogenhand den Abschuss des Pfeiles, indem sie den Bogen im Abschuss kraftvoll nach aussen (mit der linken Hand nach links) wegdreht.
Nur dadurch kann der Pfeil geradeaus, d.h. in die Richtung, in die er zeigt, fliegen.

Was bedeutet das für ein erstes Erlernen des Kyudo?

Der Stabhochspringer katapultiert sich in die Höhe, und was dann? Er tut gut daran die Drehungen und Windungen, die er in der Höhe ausführen muss, in separaten Übungen am Boden zu erlernen.
Ebenso tut der Kyudo-Schütze gut daran, die Bewegungen von Händen und Armen, die im Abschuß nötig sind, einzuüben, bevor er beginnt mit dem Bogen Pfeile zu verschießen. Gewissermaßen ein Anfang vom Anfang.
Ohne Vorübungen kämen für den Stabhochspringer genauso wie für den Kyudo-Schützen unkontrollierte, unbefriedigende – vielleicht auch gefährliche - Ergebnisse heraus.
Mit dem Gomu Yumi (Ziehgummi) kann diese spezielle Arbeit der Bogenhand und die Zusammenarbeit mit der Hand, die die Sehne hält, vorbereitend geübt werden, ohne Pfeile zu verschießen.
Im Kara Biki kann zwar das Ausziehen des Bogens ohne Pfeil geübt werden, aber nicht das dynamische Lösen. Ein Lösen des gespannten Bogens ohne Pfeil, würde den Bogen beschädigen und die ihn haltende Bogenhand sehr belasten.

Ein sinnvoller Übungsaufbau könnte so aussehen

  1. Gomu Yumi: Üben des dynamischen Lösen - siehe auch Üben mit dem Gomu Yumi
  2. Kara Biki: Spannen des Bogens ohne Pfeil, um sich mit dem Bogen vertraut zu machen und die der Bogenstärke entsprechende Kraft aufzubauen. Parallel dazu fortlaufendes Gomu -Yumi –Training.
  3. Makiwara: Abschießen von Pfeilen auf die Strohtonne in kurzer Entfernung
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Gomu Yumi
Foto: Marion Moritz
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Der Griff des Gomu Yumi, zu deutsch "Gummibogen", ist dem Kyudobogengriff nachgeahmt. Grundsätzliche Vorgänge des Bogenschiessens wie Ergreifen, Anheben und Spannen des Bogens und vor allem das dynamische Lösen des Pfeils können mit dem Gomu Yumi gewissermassen "trocken" geübt werden.
Mit dem Gomu Yumi werden für den Kyudo-Schützen die Anfänge des japanischen Bogenschiessens zu einem sicheren, zweckmässigen Vorgang. Das Gomu Yumi ist in der modernen Kyudo-Didaktik zu einem wertvollen, weltweit verbreiteten Hilfsmittel geworden.

                                     siehe auch: Üben mit dem Gomu Yumi

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Das ist ein Makiwara:
Das hier abgebildete japanische Original-Makiwara, wörtlich "Strohrolle", ist kunstvoll aus Reisstroh gefertigt, überaus widerstandfähig und kann von beiden Seiten benutzt, d.h. mit Pfeilen beschossen werden.

Eine in Deutschland gebräuliche billigere Variante ist das Ausstopfen einer Tonne mit bei uns üblichem Stroh. (siehe weiter unten)

Unabhängig von Material und Fertigung meint Makiwara immer einen Pfeilfang, auf den aus nächster Nähe geschossen werden kann.

Makiwara
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Makiwaraschützen im Rottweiler Dojo
Hier legt gerade ein Schütze auf das Makiwara, in dem Fall eine Strohtonne, an. Der hintere Schütze hat seinen Pfeil bereits abgeschossen.
Das ist ein Gomu Yumi:
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